Konventionelle vs Bio Kolanuss - Bedeutung bei Import, Verarbeitung und Handel
Warum eigentlich Bio? Oft wird gefragt, ob konventionelle Kolanuss nicht genauso akzeptabel und geeignet ist. Die Antwort liegt in der Qualität – und vor allem im Geschmack. Das Hauptargument vieler Verarbeiter ist die garantierte Pestizidfreiheit durch Bio-Zertifizierung. Doch hier zeigt sich ein entscheidender Punkt: Kolanüsse werden oft erst nach der Ernte kontaminiert – beim Waschen, Lagern oder während des Imports. Die eigentliche Anbauqualität spielt dann nur noch eine untergeordnete Rolle, solange alle bürokratischen Richtlinien erfüllt sind.
Unsere Erfahrungen und Vergleiche von konventioneller und hochwertiger Bio-Kolanuss zeigen jedoch einen enormen Qualitätsunterschied. Während Bio-Kolanuss mild, leicht fruchtig und an feinen Kakao erinnernd schmeckt, wirkt konventionelle Ware oft erdig, muffig oder flach im Geschmack. Der Unterschied ist nicht nur geschmacklich spürbar, sondern auch am Zustand des Rohmaterials erkennbar. Wenn also Geschmack, Reinheit und hochwertige Verarbeitung im Vordergrund stehen – besonders bei Produkten mit hohem Kolanuss-Anteil – ist Bio-Qualität die klare Wahl. Probieren Sie es selbst aus: Der Unterschied ist deutlich spürbar.
BioKolanuss aus der Frauencooperative in Ghana
Unser Herzens-Projekt am Fuße der Kwahu-Berge in Ghana: Traditioneller Anbau, moderne Partnerschaften.
In den subtropischen Agroforst-Systemen Ghanas wächst die Kolanuss seit Generationen – im Einklang mit der Natur und geschützt durch die lokale Gemeinschaft. Hier gedeiht sie als Schattenspender für die empfindlicheren Kulturpflanzen wie Kakao, Bananen und der lokalen Nahrungsgrundlage Wurzelgemüse Maniok und Yams. Bio-Kolanüsse, angebaut in traditionellen Systemen, geerntet in Handarbeit und direkt von uns fair bezahlt.
Die Kolanuss-Bäume gedeihen ohne Rodung, ohne künstliche Bewässerung und ohne chemische Düngemittel. Sie schützen den Boden vor Erosion, fördern die Biodiversität und binden aktiv CO₂. Die Ernte erfolgt manuell und schonend: Die Nüsse werden von Hand gepflückt, in der Sonne getrocknet und geschält. Keine Abfälle entstehen – die Schalen verbleiben im Wald und werden zu Biomasse.
Unsere Partner sind Frauenkooperativen, die das Wissen um den Anbau und die Ernte der Kolanuss über Jahrhunderte weitergegeben haben. Wir arbeiten direkt mit ihnen zusammen – ohne Zwischenhändler, mit fairen Löhnen und langfristigen Verträgen. So sichern wir nicht nur die Qualität unserer Kolanüsse, sondern auch stabile Einkommen und die Bewahrung traditioneller Anbaumethoden.
Der Anbau in Agroforst-Systemen ist nicht nur klimafreundlich, sondern auch sozial gerecht. Die Kolanuss bietet den Dorfgemeinschaften Arbeitsplätze in der Off-Saison, wenn andere Ernten wie Kakao oder Kaffee keine Beschäftigung bieten. Durch unsere Partnerschaften stärken wir die lokale Wertschöpfung und unterstützen die Gemeinschaften dabei, ihre traditionelle Lebensweise zu bewahren.
Unser Ziel ist es, diesen nachhaltigen und fairen Anbau zu fördern – für eine Zukunft, in der die Kolanuss nicht nur als Rohstoff, sondern als Symbol für ökologische und soziale Verantwortung steht.
BioKolanuss aus dem Regenwald von Brasilien
Unsere Kolanüsse werden von einem Bio-zertifizierten Kleinbauern hergestellt. Er baut die Kolanüsse auf seiner eigenen Farm an, sammelt, schält und trocknet diese selbst. Er ist Teil einer Kooperative von Kleinerzeugern im Bundesstaat Bahia, im Nordosten Brasiliens. Diese setzen sich für eine agrarforstlichen Nutzung in Verbindung mit der Erhaltung des
Regenwaldes an der Atlantikküste ein.
Der tropische Regenwald ist der Wald mit der weltweit höchsten Artenvielfalt, mit etwa 200.000 verschiedenen (zum Teil wahrhaft gigantischen) Baumarten. Der Wald folgte dabei der Gebirgskette, die entlang der brasilianischen Küste verläuft und bedeckte ursprünglich rund 350.000 km². Heutzutage sind nur noch 5% dieses Regenwaldes vorhanden, welche in Nationalparks und Schutzgebieten gelegen sind.
Lieferschwierigkeiten und hohe Qualitätsansprüche bei Kolanuss - 2022
Nach nennenswerten Lieferschwierigkeiten und Ausfällen durch Corona haben wir neue Lieferungen aus Togo und Ghana erhalten, untersucht und vermahlen lassen. Aber die Qualität reichte bei der Ware aus Togo nur für konventionelle Verwendung und die Kooperative in Ghana war noch nicht Bio-zertifiziert. Weitere neue Quellen für Bio-Kolanuss haben wir mittlerweile erschlossen. Derzeit arbeiten wir daran eine gute Qualität gewährleisten zu können und stabile Lieferketten zu etablieren. Ziel sind langfristige Partnerschaften mit den Erzeugerkooperativen. Das gewährt den Bauern ein sicheres und stabiles Einkommen und dem Kunden bestmögliche Qualität und Frische.
Die erste Bio-Kolanuss für KolaKao - 2021
Bislang war die Kolanuss (cola nitida) auf dem Weltmarkt nicht in Bio-Qualität verfügbar. Da sie aber die Hauptzutat unserer koffeinhaltigen Kakaoprodukte ist, haben wir uns seit 2016 bemüht Bio-Kolasamen (colae nuces) zu finden, um Euch 100%ige Bio-Produkte anbieten zu können. Letztendlich mussten wir dafür bis zum Ursprung in Westaftrika - dem traditionellen Anbaugebiet der Kolanuss gehen.
Nach allerlei Recherche und langer Suche haben wir 2020 eine Bio-Kooperative in Togo gefunden. Da deren Bauern traditionell in Mischkulturen anbauen, sind dort neben Cashew auch Shea, Kakao und Kaffee im Bestand. Über all dem ragen vereinzelt die schattenspendenden Kolanussbäume (Colabaum) auf, deren Früchte bislang nur für den lokalen Markt von Bedeutung waren.
Die ersten Ernten für uns sind erfolgt und mannigfaltige Hürden in der Handhabung des Rohstoffs, des Exports und der Bürokratie haben den zeitlichen und finanziellen Rahmen immer wieder gesprengt. Die Zusammenarbeit über Kultur- und Kontinentgrenzen hinweg ist spannend und bleibt eine Herausforderung.
Unser persönlicher Anspruch ist es, die Wertschöpfung so weit wie möglich in den Anbauländern zu belassen. Dies ist Voraussetzung, um den Menschen und ihren Familien vor Ort ein gutes, gesundes und selbstbestimmtes Leben und Arbeiten mit anständigen Löhnen zu ermöglichen. Das bedeutet für uns nicht nur, den Rohstoff Kolanuss zu beziehen, sondern auch weitestgehend die Verarbeitungsprozesse nicht zu verändern.
das Aus für die konventionelle Kolanuss - 2020
Die bisher in Europa verfügbare, konventionell angebaute, Kolanuss ist, unter anderem aus logistischen Gründen, vorab wie im nachfolgenden Absatz behandelt und danach erst getrocknet worden. In der EU wurde die Zulassung von Chlorpyrifos als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln im Januar 2020 nicht verlängert. Die deutschen Behörden bereiten gegenwärtig im Auftrag der EU eine Nominierung von Chlorpyrifos zur Aufnahme in die Liste der verbotenen Substanzen nach dem Stockholmer Übereinkommen vor. Das ist der Grund warum seit 2020 nur noch Restbestände von konventioneller Kolanuss auf dem europäischen Markt verfügbar sind.
Gänzlich unabhängig davon und anfänglich sogar in Unwissenheit um die neue Gesetzeslage, haben wir mit unserer Bio-Kooperative in Togo einen Weg gefunden Bio-Kolanuss in Europa zur Verfügung zu stellen. Somit waren wir in der unerwarteten Position die ersten bio-zertifizierten Kolanüsse auf dem europäischem Markt anbieten zu können.