Aktuelles: Lieferschwierigkeiten und hohe Qualitätsansprüche bei Kolanuss

Nach nennenswerten Lieferschwierigkeiten haben wir mittlerweile neue Lieferungen aus Togo und Ghana erhalten, untersucht und vermahlen lassen. Aber die Qualität reicht bei der Ware aus Togo nur für konventionelle Verwendung und die Kooperative in Ghana ist noch nicht Bio-zertifiziert. Weitere neue Quellen für Bio-Kolanuss sind in Aussicht.

Die erste Bio-Kolanuss für Europa

Bislang war die Kolanuss (cola nitida) auf dem Weltmarkt nicht in Bio-Qualität verfügbar. Da sie aber die Hauptzutat unserer koffeinhaltigen Kakaoprodukte ist, sind wir seit Jahren bemüht die Bio-Kolasamen (colae nuces) zu beziehen, um Euch 100%ige Bio-Produkte anbieten zu können.

Nach allerlei Recherche und langer Suche haben wir 2020 eine Bio-Kooperative in Togo gefunden. Da deren Bauern traditionell in Mischkulturen anbauen, sind dort neben Cashew auch Shea, Kakao und Kaffee im Bestand. Über all dem ragen vereinzelt die schattenspendenden Kolanussbäume (Colabaum) auf, deren Früchte bislang nur für den lokalen Markt von Bedeutung waren.

Die ersten Ernten für uns sind erfolgt und mannigfaltige Hürden in der Handhabung des Rohstoffs, des Exports und der Bürokratie haben den zeitlichen und finanziellen Rahmen immer wieder gesprengt. Die Zusammenarbeit über Kultur- und Kontinentgrenzen hinweg ist spannend und bleibt eine Herausforderung.

Einige Rückschläge mit der gelieferten Qualität, sowie eine Rückrufaktion 2022 bereits verarbeiteter Bio-Kolanuss hat uns gezeigt, das wir vorerst vom Import ganzer Container Kolanüsse absehen müssen. Darüber hinaus sind wir im Gespräch mit Partnern die den Import sowie die Kontrolle vor Ort meistern können. Wobei diese eher zurückhaltend als begeistert sind, was vor dem Hintergrund "Westafrika" mit etwas Erfahrung auch verständlich ist. Gerne Kontakt aufnehmen, wenn obiges Ihren Arbeitsfeldern entspricht.

Unser persönlicher Anspruch ist es, die Wertschöpfung so weit wie möglich in den Anbauländern zu belassen. Dies ist Voraussetzung, um den Menschen und ihren Familien vor Ort ein gutes, gesundes und selbstbestimmtes Leben und Arbeiten mit anständigen Löhnen zu ermöglichen. Das bedeutet für uns nicht nur, den Rohstoff Kolanuss zu beziehen, sondern auch weitestgehend die Verarbeitungsprozesse nicht zu verändern.

frische Kolanüsse auf Kies und Schiefertafeln im Abendlicht

Konventionelle Verarbeitung der Ernte in Afrika

Die Kolanuss wird in ihren Herkunftsländern grundsätzlich im frischen Zustand gelagert und gehandelt. Ein Trocknen ist in der dortigen Infrastruktur nicht von Nöten, da die Kolanuss von den Afrikanern ausschließlich frisch verzehrt wird und der Export nach Europa keine Mengen bearbeitet welche eine solche Mühe rechtfertigen würden.

Um die frische Kolanuss nach der Ernte haltbar zu machen, wird sie vom Bauern meist mit einem Insektizid behandelt. Die Sammelfrüchte des Kolabaumes werden aufgebrochen, die Nüsse ausgelöst und auf den Bauernhof transportiert. Dort wird die Testa (dünne Außenhaut) entfernt, indem die Nüsse in Wasser eingeweicht werden. In diesem Prozess wird Chlorpyrifos zugegeben um die Schädlinge fernzuhalten. Anschließend lässt sich die Haut abwischen / abwaschen. Zum Vorschein kommen die leuchtend weißen und rosa Samen, wie sie überall in Afrika auf dem Markt gehandelt werden. Nun folgt noch die sogenannte Aushärtung: Die Kolanüsse werden in Körbe gefüllt, regelmäßig umgerührt und beschädigte Nüsse aussortiert. Bei diesem Vorgang tritt viel natürliches Wasser aus, wodurch der Wassergehalt der Samen schonend reduziert wird. So behandelt können die frischen Samen unter guten Bedingungen oft über Monate gelagert werden, ohne an Qualität zu verlieren.

Die bisher in Europa verfügbare, konventionell angebaute, Kolanuss ist, unter anderem aus logistischen Gründen, vorab wie oben behandelt und danach erst getrocknet worden. In der EU wurde die Zulassung von Chlorpyrifos als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln im Januar 2020 nicht verlängert. Die deutschen Behörden bereiten gegenwärtig im Auftrag der EU eine Nominierung von Chlorpyrifos zur Aufnahme in die Liste der verbotenen Substanzen nach dem Stockholmer Übereinkommen vor. Das ist der Grund warum seit 2020 nur noch Restbestände von konventioneller Kolanuss auf dem europäischen Markt verfügbar sind.

Gänzlich unabhängig davon und anfänglich sogar in Unwissenheit um die neue Gesetzeslage, haben wir mit unserer Bio-Kooperative in Togo einen Weg gefunden Bio-Kolanuss in Europa zur Verfügung zu stellen. Somit sind wir in der unerwarteten Position die ersten garantiert pestizidfreien Kolanüsse auf dem europäischem Markt anbieten zu können.

Der Kolanussbaum (lat. cola vera)

Die Heimat des Kolabaumes mit seinen weit über 100 Arten ist der tropische Regenwald West- und Zentralafrikas. Die bis zu 20 Meter hohen Kolabäume gehören zu den Stinkbaumgewächsen, der Familie der Malvengewächse.

Sie sind immergrün und tragen das ganze Jahr Früchte. Die gewellten Früchte sind länglich-oval und etwa so groß wie eine Frauenhand. In der sogenannten Schließfrucht reifen bis zu zehn Samen, die sogenannten Kolanüsse.

Nur zwei der sieben genießbaren Arten der Kola-Gattung werden heute in den Tropen hauptsächlich genutzt: Cola nitida und Cola acuminata. Die cola nitida wird vor allem in benachbarte Länder verkauft und für den Export getrocknet, die cola acuminata wird von der lokalen Bevölkerung, aufgrund ihrer energetisierenden Wirkung, frisch gekaut.

Geschichte & Kultur

Die Kolanuss wird seit Alters her von den Einwohnern Westafrikas bei ihren Riten, Zeremonien und im Alltag gekaut. Die vielfältigen kulturellen Bedeutungen sind u.a. als Geschenk oder Symbol der Gastfreundschaft und Verbundenheit, vergleichbar mit dem Rauchen einer Friedenspfeife.

Darüber hinaus findet die Kolanuss auch als Zahlungsmittel Verwendung. Die ersten schriftlichen Zeugnisse stammen aus dem Jahr 1591 vom Chronisten des portugiesischen Weltumseglers Ferdinand Magellan, aus seinem Aufsatz „Über das Königreich Kongo“. Mit den Sklavenhändlern gelangten Jungpflanzen nach Südamerika und in andere tropische Regionen, wo sie weiter kultiviert wurden. 1886 wurde in Amerika das weltberühmte Erfrischungsgetränk Coca-Cola erschaffen, welches damals noch aus den namensgebenden Zutaten Cocablättern und Kolanüssen bestand.

Geschmack & Zubereitung

Die Kolanuss schmeckt bitter und aromatisch erdig, ähnlich dem echten Kakao.
Kolanüsse sind frisch nicht lange haltbar, daher werden sie vor dem Export getrocknet und eignen sich aufgrund ihrer Härte nach der Trocknung für viele nur zum Zähne ausbeißen. Deshalb werden die Kolanüsse meistens zu Pulver vermahlen, wodurch sich vielfältige Verwendungsmöglichkeiten ergeben:

Klassisch als Tee aufgebrüht ergibt sie einen herben aber gesunden Sud. Bekannter ist die Kolanuss natürlich aus der namensverwandten Limonade. Gewöhnungsbedürftig aber schmackhaft und sehr wirksam ist sie auch in Fruchtsäften, Milchshakes, Joghurt und Kakao, wenn man sie gut schüttelt oder gründlich einrührt.

Mehr leckere Rezepte findet ihr unter: Allerlei koffeinhaltige & vegane Shake`s.

Inhalt & Wirkung

aktueller Laborbericht zum Koffeingehalt und Theobromingehalt der Kolanuss, lat. cola nitida

Literaturangaben zufolge enthalten Kolanüsse je nach Sorte bis zu 3,5 % Koffein und bis 0,05 % - 1 % Theobromin. Die Laboruntersuchung des von uns verarbeiteten Kolanusspulvers der cola nitida erbrachte folgende aktuelle Werte: Koffeingehalt 2,4 % und Theobromingehalt 0,31 %.
Die Kolanuss ist allgemein belebend, stimulierend, stimmungsaufhellend und kommunikationsfördernd. Das Koffein in der Kolanuss ist an Gerbstoffe gebunden und entfaltet so seine Wirkung sanft und magenfreundlich und diese hält länger an.

Kolanuss ist bestens geeignet zum Fasten, für Fitness sowie für einen allgemein anspruchsvollen Alltag. Sie ist auch hilfreich zur Gewichtskontrolle, da sie einen positiven Einfluss auf den Fettstoffwechsel ausübt.

Kolanuss ist gut zum Lernen, Studieren, Arbeiten und Kommunizieren.
Kolanuss ist in extremen Lebenslagen und Klimazonen unentbehrlich.

Nachgewiesene Wirkung von Koffein allgemein:
- erhöhte Aufmerksamkeit und Konzentration (75 mg Koffein/Portion)
- erhöhte körperliche Leistungsfähigkeit (3-4 mg Koffein pro kg Körpergewicht min. 1 h vor Beginn der körperlichen Aktivität)

Grober Unterschied der Koffeinträger Kolanuss und Kaffee:

Die Kolanuss wird roh getrocknet und vermahlen, dadurch bleibt das Koffein in seiner natürlichen Bindung an den Gerbstoffen erhalten. Diese naturbelassene Kombination macht das Koffein für unsere Mägen besser verträglich, da es langsamer, dafür aber kontinuierlich und über einen längeren Zeitraum abgegeben wird.

Der Kaffee wird vor der Zubereitung getrocknet, geröstet und vermahlen. Durch das Erhitzen in der Röstung trennt sich das Koffein von seiner natürlichen Bindung und steht dadurch schneller und eher, wie nur ein kurzer Höhenflug, zur Verfügung. Dies ist natürlich extrem von der Qualität der Röstung und der Bohne abhängig! Also besser weniger, aber dafür qualitativ hochwertigen Kaffee trinken.

Das Koffein liegt in den Pflanzen in unterschiedlicher Konzentration vor und hat für sensible Geister sehr unterschiedliche Wirkspektren und wird auch sehr verschieden vertragen. Also nicht gleich verzagen, wenn sich eine Kaffeeunverträglichkeit eingestellt hat. Mehr zum Thema: Koffeinallergie oder nur Koffeinunverträglichkeit.

Quellen & weiterführende Links:

Zurück